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Disaster-Recovery-Runbook: wie Sie die Schritte für ein System aufschreiben, mit Vorlage und Beispiel

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IN KÜRZE
  • Ein Disaster-Recovery-Runbook ist das Verfahren je System unterhalb des DR-Plans: Zweck, Verantwortung und Vertretung, Wiederherstellungsziele, Voraussetzungen, Abhängigkeiten, Auslösung, Schritte mit erwarteten Ergebnissen und Zeitbudgets, Prüfung und Freigabe, Rollback, Failback, Kontakte sowie eine Versions- und Testhistorie
  • NIST SP 800-34 Rev. 1 gibt dem Notfallplan eines Systems drei Phasen: Aktivierung und Benachrichtigung, Wiederherstellung sowie Rückführung in den Normalbetrieb; für die erfassten Einrichtungen nennt die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2690 in Anhang, Nummer 4.1.2 Buchstabe f Wiederherstellungspläne für bestimmte Betriebsabläufe, einschließlich der Wiederherstellungsziele, unter den Inhalten des Plans
  • Jeder Schritt wird für jemand anderen als seinen Verfasser geschrieben, denn NIST weist darauf hin, dass bei einer Störung ein Teil des Personals nicht verfügbar sein kann, und AWS beschreibt Runbooks als Prozesse mit konsistenten Ergebnissen, unabhängig davon, wer sie verwendet
  • Das ausgearbeitete Beispiel stellt eine dreischichtige Anwendung unter vSphere nach dem Verlust des primären Standorts mit einem RTO von 4 Stunden wieder her: zuerst Identität, DNS und Zeit, dann Datenbank-, Anwendungs- und Webschicht sowie den Benutzerzugriff; mit beispielhaften Schrittzeiten gibt der Anwendungsverantwortliche nach 2 Stunden 55 Minuten frei
  • Wiederherstellungspläne in VMware Live Site Recovery und Veeam Recovery Orchestrator automatisieren die Startreihenfolge der VMs, Prüfungen und Eingabeaufforderungen, während Auslösung, externe Netzwerkänderungen und die fachliche Freigabe im Runbook bleiben, gegen das jeder Änderungsantrag geprüft werden sollte

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Was ein DR-Runbook ist und wie es sich vom DR-Plan unterscheidet

Ein Disaster-Recovery-Runbook (DR-Runbook, auch Wiederanlaufplan) ist das schriftliche Verfahren, das ein System am Ausweichstandort wieder in Betrieb bringt: wer es ausführt, was bereits laufen muss, jeder Schritt mit seinem erwarteten Ergebnis und Zeitbudget, wie das Ergebnis geprüft und freigegeben wird und wie ein Rollback oder Failback abläuft. Der übergeordnete DR-Plan legt fest, wann die Wiederherstellung beginnt, in welcher Reihenfolge die Systeme zurückkehren und wer die Entscheidungen trifft; das Runbook beschreibt für ein System das Wie, sodass auch jemand anderes als sein Verfasser es befolgen kann.

Das Well-Architected Framework von AWS definiert ein Runbook als „einen dokumentierten Prozess, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen“. NIST SP 800-34 Rev. 1, Stand Oktober 2026 weiterhin die aktuelle Revision, nennt das Dokument je System einen Notfallplan für ein Informationssystem (Information System Contingency Plan), und die Musterformate der Publikation definieren drei Phasen: Aktivierung und Benachrichtigung, Wiederherstellung sowie Rückführung in den Normalbetrieb (Reconstitution), zu der Aktivitäten gehören, „um Fähigkeiten und Funktionalität des Systems zu testen und zu validieren“.

Für die in ihrem Artikel 1 genannten Einrichtungen zählt die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2690 in Anhang, Nummer 4.1.2 die Inhalte des Notfallplans für die Aufrechterhaltung und Wiederherstellung des Betriebs auf, die unser Artikel dazu, warum Backup kein Disaster Recovery ist, wiedergibt. Nach unserer Lesart sind die Runbooks je System die „Wiederherstellungspläne für bestimmte Betriebsabläufe, einschließlich der Wiederherstellungsziele“ aus Buchstabe f. Andere Organisationen im Anwendungsbereich von NIS2 folgen ihrem nationalen Recht, und welcher Text gilt, beurteilt die Rechtsabteilung des Unternehmens.

Vorlage für ein DR-Runbook: die Abschnitte und ihr Inhalt

Die Felder der Runbook-Vorlage von AWS lassen sich den zwölf Abschnitten unten zuordnen, zum Beispiel Special Permissions den Voraussetzungen und Escalation POC den Kontakten.

ABSCHNITTINHALTAKTUALISIEREN BEI
Zweck und Umfangdas System, seine VMs, das Ergebnis, was nicht zum Umfang gehörtÄnderungen an der Anwendung
Verantwortung und VertretungRunbook-Verantwort­licher, benannter Vertreter, Anwendungs­verantwortlicher, der freigibtRollen­wechseln
Wieder­herstellungs­zieleRTO und RPO der SystemstufeÜberprüfung der Business-Impact-Analyse
VoraussetzungenKapazität am Ausweich­standort, Alter des Wieder­herstellungs­punkts, Konten und Werkzeuge, die ohne die Produktion funktionierenÄnderungen an Replikation oder Konten
Abhängigkeitenwas zuerst laufen muss: Identität, DNS, Zeit, die Datenbankeiner neuen Schnitt­stelle
Auslösungwer es starten darf, nach welcher Ent­scheidung im Plan, was protokolliert wirdÄnderungen am DR-Plan
Schritteje eine Aktion mit Pfad oder Befehl, erwartetem Ergebnis, Zuständigkeit, Zeitbudgetjeder Änderung von Version, Adresse oder Konfiguration
Prüfung und FreigabePrüfungen je Schicht, eine Test­transaktion, wer freigibtgeänderten Funktionen
RollbackAbbruch­kriterien, wie jede Etappe rückgängig gemacht wirdeinem Wechsel der Replikations­methode
FailbackMethode, wer entscheidet, wie geänderte Daten zurückkommeneinem Wechsel der Replikations­methode
KontakteTeam, Vertreter, Hersteller, Dienstleister, Out-of-Band-Kanaljeder Überprüfung, und öfter
Versions- und TesthistorieÄnderungen mit Datum, Grund, Verfasser; Tests mit Datum, Art, Zeiten, Befundenjeder Änderung und jedem Test

Unsere Vorlage, mit Feldern aus der Runbook-Vorlage von AWS (Well-Architected Framework, OPS07-BP03) sowie Rollen und Regeln zur Überprüfung aus NIST SP 800-34 Rev. 1, Abschnitte 3.4.6 und 3.6.

Die Auslösung entspricht der NIST-Phase Aktivierung und Benachrichtigung, Schritte und Rollback entsprechen der Wiederherstellung, Prüfung und Failback der Rückführung. Die Ziele stammen aus der Business-Impact-Analyse, und das Runbook wiederholt sie, damit die ausführende Person die verstrichene Zeit mit dem Zielwert vergleichen kann.

Runbook-Schritte schreiben, denen auch andere folgen können

NIST SP 800-34 Rev. 1 fordert den Plankoordinator auf zu berücksichtigen, „dass eine Störung einen Teil des Personals für die Reaktion unverfügbar machen könnte“; in diesem Fall kann der Plan „Personal aus einem anderen geografischen Bereich der Organisation“ oder Auftragnehmer und Lieferanten benötigen. Schreiben Sie jeden Schritt für diesen Leser, einen Kollegen von einem anderen Standort, einen Administrator eines Dienstleisters oder einen Vertreter, der das Runbook noch nie ausgeführt hat; AWS beschreibt Runbooks als Prozesse, „die konsistente Ergebnisse liefern, unabhängig davon, wer sie verwendet“.

Jeder Schritt enthält eine Aktion, angegeben als Konsolenpfad oder Befehl für die installierte Version, und das Ergebnis, das zeigt, dass sie funktioniert hat. Wo das Ergebnis abweichen kann, sagt der Schritt, wie es weitergeht: wiederholen, einen älteren Wiederherstellungspunkt verwenden oder den dort genannten Eskalationskontakt anrufen. Ein Zeitbudget je Schritt zeigt früh, wenn die Wiederherstellung in Verzug gerät.

Das Runbook nennt Konten und den Tresor, der ihre Passwörter enthält, nie die Passwörter selbst, und die Konten müssen funktionieren, während die Produktion ausgefallen ist: für das vCenter am Ausweichstandort ein Konto in dessen eigener Single Sign-On-Domäne, nicht eines aus dem produktiven Verzeichnisdienst. NIST sieht vor, eine Kopie des Plans „am Ausweichstandort und bei den Sicherungsmedien“ aufzubewahren; ein Runbook, das nur in einem Wiki am primären Standort liegt, oder ein Passwort-Tresor, der nur dort läuft, ist nicht verfügbar, wenn dieser Standort ausgefallen ist.

Ausgearbeitetes Beispiel: eine dreischichtige Anwendung unter vSphere

Das Beispiel ist eine Anwendung zur Auftragsabwicklung unter vSphere mit zwei Webservern hinter einem Load Balancer, zwei Anwendungsservern und einem Datenbankserver. Zwei Domänencontroller stellen den Verzeichnisdienst, die interne DNS-Zone und die Zeitquelle bereit. Der RTO beträgt 4 Stunden und der RPO 30 Minuten; die VMs werden alle 15 Minuten an einen Ausweichstandort mit denselben Subnetzen repliziert, an dem bereits ein Domänencontroller läuft und mit der Produktion repliziert.

SCHRITTAKTIONERWARTETES ERGEBNISWERBUDGET (KUMULIERT)
AuslösungZeitpunkt der Notfall­ausrufung und Ent­scheidung laut Plan protokol­lieren; Vertreter anrufenVerantwort­licher und Vertreter in der Telefon­konferenzRunbook-Verantwort­licher10 min (0:10)
Prüfung Ausweich­standortmit Break-Glass-Konto anmelden; Zeiten der Wieder­herstellungs­punkte und Kapazität prüfen; bestätigen, dass die primären VMs ausgeschaltet oder getrennt sindneuester Punkt höchstens 30 Minuten vor dem Ausfall; keine VM läuft an beiden StandortenVMware-Administrator15 min (0:25)
Identität, DNS und ZeitNamen der Anwendung auflösen, eine Anmeldung testen, die Uhrzeit prüfenNamen werden aufgelöst; Anmeldung funktioniert; Uhren stimmen übereinVerzeichnis­administrator20 min (0:45)
Datenbank­schichtFailover der Datenbank-VM; letzte fest­geschriebene Transaktion notierenLog-Wieder­herstellung abgeschlossen; Datenverlust innerhalb des RPODatenbank­administrator30 min (1:15)
Anwendungs­schichtFailover beider Anwendungs­serverHealth Check erfolgreich; keine Datenbank­fehlerAnwendungs­administrator20 min (1:35)
WebschichtFailover beider Webserver und des Load BalancersHTTPS antwortet mit gültigem ZertifikatAnwendungs­administrator20 min (1:55)
Benutzer­zugriffRouting oder DNS-Einträge umstellen, wie der DR-Plan es vorgibtein Test-Client außerhalb der IT erreicht die AnwendungNetzwerk­administrator30 min (2:25)
Prüfung und FreigabeTest­bestellung buchen; Mail-Relay, Partner­Schnitt­stelle und geplante Jobs prüfenVerantwort­licher gibt frei; Zeit erfasstAnwendungs­verantwortlicher30 min (2:55)
Schutz und ÜbergabeBackups der wieder­hergestellten VMs starten; Benutzer informierenerstes Backup läuftVMware-Administrator15 min (3:10)

Unser Beispiel; die Zeiten sind beispielhaft und keine Messwerte, verwenden Sie daher die in Ihrem letzten Test erfassten Zeiten.

Identität, DNS und Zeit kommen zuerst, weil jede spätere Prüfung von ihnen abhängt. Kerberos, das der Verzeichnisdienst für Anmeldungen verwendet, setzt Uhren voraus, die RFC 4120 „lose synchronisiert“ nennt, mit einer Toleranz von „typischerweise in der Größenordnung von 5 Minuten“; Kerberos-Anmeldungen von einem Server, dessen Uhr stärker abweicht, scheitern daher. Wie Benutzer den Ausweichstandort erreichen, beschreibt unser Leitfaden zu den Schritten bei Failover und Failback.

Mit diesen beispielhaften Zeiten gibt der Anwendungsverantwortliche nach 2 Stunden 55 Minuten frei, bei einem RTO von 4 Stunden. Auch die Zeit vor der Ausrufung des Notfalls zählt zum RTO, sodass die verbleibenden 65 Minuten Erkennung und Entscheidung abdecken müssen.

Das Beispiel deckt den Verlust des primären Standorts ab. Nach einem Ransomware-Angriff können die Replikate und der Domänencontroller am Ausweichstandort Änderungen des Angreifers enthalten; ein separates Runbook stellt deshalb von Punkten, die vor dem Einbruch liegen, in eine isolierte Umgebung wieder her. Es folgt der Reihenfolge aus unserem Leitfaden zur Wiederherstellung nach Ransomware in den ersten 72 Stunden: zuerst saubere Hosts und ein neuer Backup-Server, dann DNS und Domänencontroller, dann vCenter, dann die Anwendungsschichten.

In unserem Service Cloud Disaster Recovery folgt das Umschalten auf den Ausweichstandort am Tag der Katastrophe einem geprobten Szenario, mit Failback nach Wiederherstellung der Primärseite. Beschreiben Sie die Anwendung, die Sie zuerst dokumentieren würden, und ihre Abhängigkeiten im Formular unten.

Prüfung, Freigabe, Rollback und Failback

Prüfungen laufen auf drei Ebenen: Die VM läuft, der Dienst antwortet, und die Anwendung funktioniert für einen Benutzer. Der Schritt Verify DNS Port von Veeam Recovery Orchestrator „prüft den Port, über den die Verbindung zur wiederhergestellten VM mit der Rolle Domain Naming Service hergestellt wird“, standardmäßig Port 53; das zeigt, dass der Port antwortet, aber nicht, dass die Einträge aktuell sind. Das Runbook ergänzt Namensauflösungen, eine Testbestellung und Schnittstellenaufrufe, und mit der Freigabe durch den Anwendungsverantwortlichen endet die Wiederherstellung, die gegen den RTO gemessen wird.

Der Abschnitt Rollback nennt Abbruchkriterien je Etappe und den Weg zurück: einen älteren Wiederherstellungspunkt, wenn die neueste Datenbankkopie nicht startet, eine Wiederherstellung aus dem Backup, wenn kein Replikatpunkt sauber ist, und eine Entscheidung zum Abbruch, die bei der Person liegt, die den Notfall ausgerufen hat. Das Rückgängigmachen eines Veeam-Failovers wird „alle Änderungen verwerfen, die am VM-Replikat vorgenommen wurden, während es lief“; das Runbook nennt daher, wer es genehmigen darf.

Nach unserer Lesart deckt der Failback Anhang, Nummer 4.1.2 Buchstabe h der Verordnung ab, die „Wiederherstellung und Wiederaufnahme der Tätigkeiten nach vorübergehenden Maßnahmen“. Der Failback in Veeam überträgt „alle Änderungen, die während der Laufzeit des VM-Replikats stattfanden, auf die ursprüngliche VM“. In Live Site Recovery schließt eine geplante Migration die Wiederherstellung ab, sobald der primäre Standort wieder verfügbar ist, ein Reprotect kehrt die Replikation um, und der Failback ist eine geplante Migration zurück, gefolgt von einem zweiten Reprotect. Das Runbook nennt die Methode, wer den Termin festlegt und wie die Rücksynchronisierung geprüft wird.

Was Live Site Recovery und Veeam Recovery Orchestrator automatisieren

In VMware Live Site Recovery, ab VCF 9.1 Teil von Protection and Recovery, bestimmt die Wiederherstellungspriorität „die Reihenfolge, in der virtuelle Maschinen heruntergefahren und eingeschaltet werden“, und Abhängigkeiten „gelten nur, wenn die virtuellen Maschinen dieselbe Priorität haben“; daher gibt das Beispiel seiner Datenbank eine höhere Priorität als seinen Anwendungsservern. Benutzerdefinierte Schritte „führen während einer Wiederherstellung Befehle aus oder zeigen dem Benutzer Meldungen an“, und weil eine Meldung auf eine Antwort wartet, lässt sich die Datenbankprüfung als Pause im Plan abbilden. Broadcoms FAQ zu VCF 9.1 vom 3. September 2026 hält fest: „Die Orchestrierung von Disaster-Recovery-Runbooks erfordert eine eigenständige SRM- oder ACC-Berechtigung“, gemeint ist eine Lizenz für Site Recovery Manager oder Advanced Cyber Compliance. Broadcom erlaubt außerdem, die Schritte eines Plans zu exportieren, „um eine ausgedruckte Sicherungskopie Ihrer Pläne aufzubewahren“.

Veeam Recovery Orchestrator 13 (Benutzerhandbuch vom 26. August 2026) baut Pläne aus Schritten wie Check VM Heartbeat, Verify Domain Controller Port und Custom Script auf und arbeitet mit einer Lizenz für Veeam Data Platform Premium oder einer Advanced-Lizenz mit Orchestrator-Lizenzen. Standardmäßig führt er täglich eine Bereitschaftsprüfung (Readiness Check) jedes aktivierten Plans aus und bestätigt zum Beispiel, dass „Replikat-VMs erkannt und für den Failover bereit sind“ und „erforderliche Zugangsdaten angegeben sind“. Sein Plan Definition Report listet die Schritte und Parameter eines Plans auf, und Veeam zufolge kann er „verwendet werden, um eine Freigabe von Anwendungsverantwortlichen einzuholen, die die Plankonfiguration prüfen müssen“. Bei beiden Werkzeugen bleiben die Auslösung, Änderungen durch Netzbetreiber, DNS-Anbieter oder Partner, fachliche Prüfungen, die Freigabe und Nachrichten an die Benutzer im Runbook.

DR-Runbooks über das Änderungsmanagement aktuell halten

AWS nennt unter den Anti-Patterns von OPS07-BP03: „Zulassen, dass Runbooks nicht mehr zu Systemänderungen und Automatisierung passen“, und NIST SP 800-34 Rev. 1 sieht vor, dass Pläne „im Rahmen des Änderungsmanagementprozesses der Organisation“ überprüft und aktualisiert werden. Für die erfassten Einrichtungen verlangt die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2690, dass Änderungen „im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen getestet und bewertet werden, bevor sie umgesetzt werden“ (Anhang, Nummer 6.4.2), und dass Pläne nach erheblichen Sicherheitsvorfällen oder wesentlichen Änderungen der Betriebsabläufe oder der Risiken überprüft und, soweit angemessen, aktualisiert werden (Nummer 4.1.4).

  1. Ergänzen Sie jeden Änderungsantrag für ein System mit Runbook um ein Feld „Wiederherstellungsschritte betroffen: ja/nein“, das der Runbook-Verantwortliche prüft.
  2. Werten Sie neue oder geänderte IP-Adressen, VLANs, DNS-Namen, Firewall-Regeln, Konten und Zertifikate, Upgrades von vCenter, ESX, der Datenbank oder der Replikationssoftware sowie neue Schnittstellen als betroffen.
  3. Aktualisieren Sie Schritte und Kontakte in derselben Änderung und protokollieren Sie dies in der Versionshistorie mit Datum, Grund und Verfasser.
  4. Führen Sie die geänderten Schritte in einem isolierten Test aus, bevor die Änderung geschlossen wird.
  5. Erfassen Sie nach jedem Test oder Vorfall die Zeit je Schritt und die Befunde, und korrigieren Sie das Runbook.
  6. Ersetzen Sie die Kopie am Ausweichstandort durch die neue Version.

Testarten und den Testbericht behandelt unser Artikel zu Disaster-Recovery-Tests.

Jeder planmäßige Failover-Test in unserem Service Cloud Disaster Recovery endet mit einem Bericht: was kam hoch, wie schnell, was ist zu fixen. Nennen Sie uns, wann Ihre Runbooks zuletzt von jemand anderem als ihrem Verfasser befolgt wurden.

Was wir tun

Im Rahmen unseres Services Cloud Disaster Recovery definiert unser Engineering-Partner Vixen.UNO gemeinsam mit Ihnen die kritischen Systeme, Ziel-RPO und -RTO je Systemstufe und die Katastrophenszenarien; das Ergebnis ist ein Continuity-Plan, nicht nur Kopien. Virtuelle Maschinen werden ab einem 15-Minuten-Intervall via Veeam Cloud Connect an einen Ausweichstandort in Baltnetas Tier-3-Rechenzentren in Litauen repliziert, mit planmäßigen Failover-Tests in isolierter Umgebung und einem Bericht nach jedem Test. Das Umschalten am Tag der Katastrophe folgt einem geprobten Szenario; RPO und RTO werden im SLA fixiert, und das erste Gespräch ist kostenlos.

FAQ

Was ist ein DR-Runbook?
Ein DR-Runbook ist das schrittweise Verfahren, das ein System am Ausweichstandort wieder in Betrieb bringt, so geschrieben, dass auch jemand anderes als sein Verfasser es befolgen kann. Es nennt die Voraussetzungen und Abhängigkeiten, jeden Schritt mit erwartetem Ergebnis und Zeitbudget, wie der wiederhergestellte Dienst geprüft und freigegeben wird und wie ein Rollback oder Failback abläuft. Der übergeordnete DR-Plan entscheidet, wann die Wiederherstellung beginnt und in welcher Reihenfolge die Systeme zurückkehren.
Was ist der Unterschied zwischen Notfallplan und Runbook?
Der Notfallplan oder DR-Plan regelt die Wiederherstellung für die gesamte Organisation: wann und von wem er aktiviert wird, in welcher Reihenfolge die Systeme zurückkehren und welche Ressourcen sie brauchen. Ein Runbook, auch Wiederanlaufplan genannt, deckt ein System ab, mit den genauen Schritten, Prüfungen und Zeiten, um es wieder in Betrieb zu nehmen und später an den primären Standort zurückzubringen. NIST SP 800-34 Rev. 1 nennt das Dokument je System einen Notfallplan für ein Informationssystem, mit den Phasen Aktivierung und Benachrichtigung, Wiederherstellung und Rückführung in den Normalbetrieb.
Was gehört in eine Vorlage für einen Wiederanlaufplan?
Eine Vorlage für ein DR-Runbook oder einen Wiederanlaufplan sollte Zweck und Umfang, Verantwortung und Vertretung, Wiederherstellungsziele, Voraussetzungen, Abhängigkeiten, Auslösung, Schritte mit erwarteten Ergebnissen, Zuständigen und Zeitbudgets, Prüfung und Freigabe, Rollback, Failback, Kontakte sowie eine Versions- und Testhistorie enthalten. Die Runbook-Vorlage von AWS ergänzt Felder wie besondere Berechtigungen, den Verfasser, die letzte Aktualisierung und einen Eskalationskontakt. Zugangsdaten stehen nie im Runbook; es nennt das Konto und einen Tresor, der sie enthält und sich vom Ausweichstandort aus öffnen lässt.
Wie erstellt man einen Wiederanlaufplan für ein System?
Gehen Sie von den Wiederherstellungszielen und Abhängigkeiten des Systems aus und schreiben Sie dann je Schritt eine Aktion mit Konsolenpfad oder Befehl, dem Ergebnis, das zeigt, dass sie funktioniert hat, dem Vorgehen, wenn nicht, der ausführenden Person und der zulässigen Dauer. Lassen Sie jemand anderen als den Verfasser das Verfahren in einem isolierten Test befolgen, und schreiben Sie jeden Schritt neu, bei dem diese Person Hilfe brauchte. Bewahren Sie eine aktuelle Kopie am Ausweichstandort auf, wo sie lesbar ist, wenn der primäre Standort ausgefallen ist.
Gibt es eine Vorlage für ein IT-Notfallhandbuch?
NIST SP 800-34 Rev. 1 veröffentlicht Mustervorlagen für Notfallpläne von Systemen mit geringer, mittlerer und hoher Auswirkung, als Anhang und als separate Dateien auf der Website des NIST, zusammen mit einer Vorlage für die Business-Impact-Analyse. Für die erfassten Einrichtungen zählt die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2690 in Anhang, Nummer 4.1.2 auf, was der Notfallplan für die Aufrechterhaltung und Wiederherstellung des Betriebs umfasst, von Zweck und Rollen bis zur Reihenfolge der Wiederherstellung und zur Wiederaufnahme der Tätigkeiten nach vorübergehenden Maßnahmen. Darunter folgen die Runbooks je System, eines für jedes kritische System.
Wie oft sollte ein DR-Runbook aktualisiert werden?
Aktualisieren Sie ein DR-Runbook bei jeder Änderung am System, an seinen Abhängigkeiten oder an seinem Wiederherstellungsweg, weshalb die Prüfung ins Änderungsmanagement gehört, und nach jedem Test oder Vorfall, der eine Lücke gezeigt hat. NIST SP 800-34 Rev. 1 verlangt Überprüfungen in einem von der Organisation festgelegten Intervall oder bei wesentlichen Änderungen, Kontaktlisten häufiger. Die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2690 verlangt von den erfassten Einrichtungen, ihre Pläne in geplanten Zeitabständen sowie nach erheblichen Sicherheitsvorfällen oder wesentlichen Änderungen der Betriebsabläufe oder der Risiken zu testen, zu überprüfen und, soweit angemessen, zu aktualisieren.

Schicken Sie uns die Anwendung, für die Sie zuerst ein Runbook schreiben würden, ihre VMs und Abhängigkeiten, wie sie heute geschützt ist und welchen RTO und RPO sie braucht. Wir antworten innerhalb eines Werktages mit einem Termin für ein erstes Gespräch, in dem wir Ihre kritischen Systeme, Ihr aktuelles Backup und Ihre Ziel-RPO und -RTO durchgehen, und Sie erhalten zwei oder drei mögliche DR-Szenarien. Das erste Gespräch ist kostenlos.

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